Der Anbau von Tomaten im eigenen Garten bietet zahlreiche Vorteile. Der offensichtlichste ist natürlich die Ernte frischer, saftiger Tomaten, doch das ist nur der Anfang. Hinzu kommen die wunderschönen grünen, roten und gelben Farbtöne, der unverwechselbare Duft der Pflanzen und die unzähligen Möglichkeiten, die Ernte in der Küche zu verwerten.

Obwohl Tomatenpflanzen eine gewisse Aufmerksamkeit benötigen, sind sie gar nicht so schwer zu kultivieren – wie wir Ihnen im Folgenden zeigen werden. Wir begleiten Sie durch den gesamten Prozess, von den ersten Schritten bis hin zur Ernte und Lagerung. Wir behandeln sowohl die Anzucht aus Tomatensamen als auch die Verwendung von Jungpflanzen – alles, was Sie wissen müssen, um erfolgreich Tomaten anzubauen.
Erste Schritte
Zuerst sollten Sie entscheiden, welche Tomatensorten Sie anbauen möchten. Man unterscheidet zwei Hauptgruppen:
Stabtomaten: Diese Sorten wachsen sehr hoch und sind daher ideal, wenn nur wenig Bodenfläche zur Verfügung steht. Es handelt sich um schnellwüchsige Tomaten, die jedoch eine Stütze und regelmäßige Pflege benötigen.
Buschtomaten: Diese Pflanzen wachsen kompakter und eignen sich hervorragend für Ampeln oder Balkonkästen, über deren Rand die Triebe hängen können. Sie sind weniger pflegeintensiv, benötigen aber eventuell eine kleine Stütze, sobald sie Früchte tragen. Diese Sorten sind ideal für Garteneinsteiger.
Die Wahl der Gruppe hängt meist vom verfügbaren Platz ab. Innerhalb dieser Kategorien gibt es jedoch eine riesige Auswahl an verschiedenen Sorten – weitaus mehr, als in den meisten Supermärkten angeboten werden. Welche Größe, Form, Farbe und welches Aroma bevorzugen Sie?
Die nächste wichtige Frage ist der richtige Zeitpunkt für die Pflanzung – hier hilft Ihnen unsere Übersicht weiter. Entscheidend ist vor allem, ob Sie Tomaten aus einem Samentütchen ziehen oder fertige Setzlinge kaufen. Die folgende Grafik dient Ihnen als Orientierung.

Tomaten aussäen
Tomaten gehören zu den Pflanzen, die sich im Haus besonders unkompliziert aus Samen ziehen lassen. Wie die Tabelle zeigt, können Sie von Februar bis April aussäen. Bei einer Aussaat im Februar oder frühen März sollten die Pflanzen im Haus bleiben; danach ist ein Gewächshaus ideal, um sie vor Frost zu schützen.

Die Keimlinge benötigen feuchte Erde und Temperaturen um die 18 °C, weshalb ein warmer Fensterplatz optimal ist. Falls Sie Sorge haben, dass es nicht warm genug ist, bietet sich ein beheizbares Zimmergewächshaus an. Wässern Sie die Pflanzen alle paar Tage mäßig.
Nach etwa zwei Wochen zeigen sich in der Regel die ersten Sämlinge, die ab diesem Zeitpunkt so viel Licht wie möglich benötigen.
Tomaten pflanzen
Egal, ob Sie selbst gezogene Pflanzen oder gekaufte Setzlinge verwenden: Nach dem letzten Frost im Mai oder im Frühsommer können die Tomaten ins Freiland gepflanzt werden.
Tomaten im Freiland pflanzen
Für die Pflanzung im Garten ist ein geschützter, aber sonniger Standort am besten geeignet. Tomatenpflanzen sind dabei recht anpassungsfähig. Sie können in Pflanzbeutel, direkt ins Beet, in Töpfe oder spezielle Fenster-Pflanztaschen gesetzt werden.
Setzen Sie die Pflanzen tief ein, sodass die Blätter kurz über der Erdoberfläche liegen, und mischen Sie der Pflanz- oder Gartenerde reichlich gut verrotteten Kompost bei. Um die Gewächse an die Außenbedingungen zu gewöhnen, sollten Sie diese „abhärten“, indem Sie sie tagsüber nach draußen stellen und nachts wieder ins Haus holen.
Tomaten im Gewächshaus pflanzen
Möchten Sie Ihre Tomaten im Gewächshaus kultivieren, ist das Vorgehen identisch. Achten Sie jedoch darauf, dass die Hitze nicht zu groß wird. Stellen Sie die Pflanzen zu Beginn in den Schatten, um ihnen die Umstellung zu erleichtern.

Tomaten pflegen
Tomatenpflanzen richtig gießen
Tomaten benötigen viel Wasser – daraus ziehen die Früchte ihre Saftigkeit. Es ist besser, regelmäßig kleine Mengen zu gießen als selten und dafür sehr viel. Achten Sie auf eine gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit und gießen Sie großflächig um die Pflanze herum, nicht nur direkt am Stamm.
Tomatenpflanzen düngen
Für optimale Ergebnisse und eine besonders reiche Ernte empfiehlt es sich, die Tomaten alle zwei Wochen mit einem kaliumreichen Dünger zu versorgen.
Tomatenpflanzen ausputzen
Das Ausgeizen oder Beschneiden ist nicht zwingend erforderlich und sollte bei Buschtomaten unterbleiben. Bei Stabtomaten entfernen jedoch viele Gärtner Seitentriebe oder erste Blüten (bis die Pflanze ca. 30 cm hoch ist), um die Bildung größerer Früchte zu fördern. Nutzen Sie hierfür das passende Schneidwerkzeug.
Tomatenpflanzen stützen
Wie Sie die Pflanzen stützen, hängt von der jeweiligen Sorte ab:
- Stabtomaten benötigen eine Rankhilfe, um stabil in die Höhe zu wachsen. Binden Sie die Triebe mit Schnur an den Stützen fest. Je besser die Stütze, desto mehr Energie kann die Pflanze in die Fruchtbildung stecken.
- Buschtomaten kommen meist ohne Hilfe aus, es sei denn, sie werden sehr groß oder die Last der Früchte wird zu schwer. In diesem Fall genügen kurze Bambusstäbe.

Tomaten ernten
Reife Tomaten finden Sie etwa ab Mitte des Sommers. Der Zeitpunkt variiert je nach Sorte und Größe der Früchte. Kirschtomaten reifen schneller als größere Sorten – die grünen Früchte werden oft schneller rot, als man denkt!
Ernten Sie die Tomaten einzeln, sobald sie ihre volle Farbe erreicht haben. Bei Zimmertemperatur sind sie etwa eine Woche haltbar. Sollten Sie eine Rekordernte einfahren, können Sie die Tomaten zu Sauce verarbeiten und einfrieren. So haben Sie später eine ideale Basis für Pastagerichte!
Probleme beim Tomatenanbau
Kraut- und Braunfäule
Diese Krankheit verbreitet sich schnell und ist an braunen Flecken auf der gesamten Pflanze erkennbar. Bei Befall sollten Sie alle reifen Früchte sofort ernten und betroffene Blätter entfernen, um die Ausbreitung zu bremsen. Nutzen Sie die Erde im nächsten Jahr nicht erneut für Tomaten, da Erreger darin überdauern können. Besonders in feuchten Sommern tritt diese Krankheit häufiger auf.
Schädlinge
Weiße Fliegen und Blattläuse sind eine Bedrohung für Tomatenpflanzen. Ein geeignetes Pflanzenschutzmittel für die Blätter hilft, Ihre Ernte zu schützen.
Blattprobleme
Achten Sie auf rollende Blätter (oft verursacht durch Blattläuse oder kalte Nächte), gelbe Blätter (Hinweis auf Magnesiummangel) oder deformierte Blätter, die auf eine Krankheit hindeuten können.
Ebenfalls bekannt ist die Blütenendfäule, erkennbar an dunklen Flecken auf der Unterseite der Frucht. Dies deutet meist auf einen Kalziummangel hin, dem man durch Mulchen entgegenwirken kann.
Und das ist erst der Anfang...
Wenn Ihre Tomaten erst einmal gedeihen, stehen Ihnen alle Möglichkeiten offen! Nutzen Sie die Gartensaison voll aus und legen Sie ein Gemüsebeet an. Es gibt kaum etwas Zufriedenstellenderes als eine köstliche Mahlzeit aus Zutaten aus dem eigenen Garten.
Craig Wilson
Mitbegründer und hauseigener Gartenexperte bei Gardeners Dream.
Craig Wilson, Mitbegründer und Geschäftsführer von Gardeners Dream, hat sich als feste Größe in der Online-Gartenbranche etabliert. Mit über zwei Jahrzehnten Fachwissen und praktischer Erfahrung ist er stolz darauf, seine besten Tipps und Tricks für den Garten weiterzugeben.