In der Winterzeit benötigt die Pflege Ihrer Zimmerpflanzen eine andere Routine als in den warmen und hellen Sommermonaten. Während sich draußen der Frost über die Gartenpflanzen legt, haben es Ihre Topfpflanzen im Haus meist behaglich warm.
Für tropische Gewächse mag das ideal klingen. Doch die Bedingungen in unseren Wohnräumen können im Winter eine Herausforderung für viele Exemplare darstellen, die im Frühling, Sommer und Herbst noch prächtig gediehen sind.
Wir bei Gardeners Dream haben unsere Gartenbauexperten konsultiert, um diesen Ratgeber für die Pflege von Zimmerpflanzen im Winter zu erstellen. Wenn Sie neu in der Welt der Pflanzen sind und mit Sorten beginnen möchten, die auch in der kalten Jahreszeit unkompliziert sind, werfen Sie einen Blick auf unsere Kollektion pflegeleichter Zimmerpflanzen.

Bewässerung reduzieren
Im Winter benötigen Zimmerpflanzen seltener Wasser als gewöhnlich. Zur fachgerechten Pflege gehört es oft, die Wassergaben zu reduzieren oder das Gießen zeitweise komplett einzustellen. Übermäßig feuchtes Substrat ist die häufigste Ursache für das Eingehen von Pflanzen. Wir gehen sogar so weit zu sagen, dass Sie den klassischen Test, ob sich die Oberfläche der Erde trocken anfühlt, ignorieren sollten.
Anstatt zu warten, bis nur der oberste Zentimeter Erde abgetrocknet ist, lassen Sie das Substrat etwa zur Hälfte durchtrocknen, bevor Sie eine kleine Menge Wasser geben. Bei vielen Sorten, die sonst mehrmals pro Woche gegossen werden müssen, können Sie das Intervall auf einmal wöchentlich oder sogar alle 10 Tage ausweiten.
Da die Lichtintensität im Winter abnimmt, verlangsamen viele Gewächse ihr Wachstum oder gehen ganz in die Ruhephase über. Infolgedessen benötigen sie kaum oder gar kein Wasser – dies gilt insbesondere für Sukkulenten und Kakteen aus unserer Kollektion seltener und außergewöhnlicher Zimmerpflanzen.
Gelbe Blätter können im Winter ein Warnsignal für zu viel Wasser oder Dünger sein. Widerstehen Sie dem Impuls, die Pflanze durch zusätzliche Feuchtigkeit oder Nährstoffe retten zu wollen, bis das Frühjahr beginnt.
Schädlinge an Zimmerpflanzen vermeiden
Ihre grüne Oase im Haus ist im Winter anfälliger für diverse Schädlinge und Krankheiten. Durch die warme Raumtemperatur, vermehrtes Besprühen zur Regulierung der Luftfeuchtigkeit (siehe unten) und potenziell zu viel Gießwasser schaffen Sie unter Umständen ideale Bedingungen für Schädlinge.
Zudem können Ihre geliebten Pflanzen unter Wurzelfäule leiden, was eine weitere Folge eines zu großzügigen Umgangs mit der Gießkanne ist.
Um mehr über Schädlinge zu erfahren und wie man sie identifiziert sowie bekämpft, lesen Sie unseren Artikel „Häufige Schädlinge an Zimmerpflanzen".

Zimmerpflanzen gruppieren
Angesichts des geringeren Tageslichts und der unterschiedlichen Temperaturzonen im Haus kann es sinnvoll sein, Zimmerpflanzen zusammenzustellen. Auch wenn eine vollgestellte Fensterbank optisch vielleicht nicht sofort überzeugt, ist dies eine effektive Methode der Überwinterung.
Indem Sie Pflanzen nah beieinander an Wärmequellen oder einem Fenster platzieren, kreieren Sie ein feuchtes Mikroklima. Eine flache Schale mit Wasser und Kieselsteinen kann die Luftfeuchtigkeit zusätzlich auf natürliche Weise erhöhen.
Extra-Tipp: Kontrollieren Sie jedes Exemplar gründlich auf Schädlinge, bevor Sie sie eng zusammenstellen, um eine Übertragung zu verhindern. Achten Sie zudem darauf, dass neu arrangierte Pflanzen nicht in die Reichweite von neugierigen Haustieren oder Kleinkindern gelangen – nicht alle Sorten sind ungiftig. In unserem Artikel „Welche Zimmerpflanzen sind sicher für Katzen?" erfahren Sie mehr, oder kontaktieren Sie uns bei Gardeners Dream für eine individuelle Beratung.
Pflanzen für mehr Luftfeuchtigkeit besprühen
Heizungen leisten gute Arbeit beim Erwärmen der Räume. Ihr Indoor-Garten kann jedoch leiden, wenn die trockene Heizungsluft die für das Gedeihen notwendige Feuchtigkeit entzieht.
Luftfeuchtigkeit ist ein zentraler Aspekt der Zimmerpflanzenpflege. Wir empfehlen regelmäßiges Besprühen für viele unserer Pflanzen, wie das Fensterblatt (Monstera deliciosa) und den Gummibaum (Ficus elastica 'Abidjan'). Sinkt die Luftfeuchtigkeit, ist es ratsam, die Frequenz des Besprühens mit handwarmem Wasser zu erhöhen. Im Gegensatz zum Gießen der Erde führt dies nicht zu Staunässe oder Wurzelfäule.
Nicht jedes Gewächs benötigt tägliches Besprühen. Für einige Kakteenarten ist zu viel Feuchtigkeit eher schädlich. Unabhängig davon, ob eine Pflanze in der Ruhephase ist oder nicht, sollten Sie das Besprühen intensivieren, wenn die Sorte dies auch in den Sommermonaten bevorzugt.
Anzeichen für zu niedrige Luftfeuchtigkeit sind eingerollte Blätter, die an den Rändern trocken oder braun werden.

Maximales Licht ermöglichen
Temperatur und Luftfeuchtigkeit sind wichtig, aber das Lichtniveau ist entscheidend. Wenn die Wintersonne tief steht, erhalten wir deutlich weniger Stunden natürliches Tageslicht. Die meisten Zimmerpflanzen, selbst solche, die schattige Standorte bevorzugen, sollten im Winter einige Meter näher an das Fenster rücken.
Schattenliebende Pflanzen kommen besser mit indirektem Licht zurecht. Achten Sie jedoch darauf, diese nicht plötzlich direkter Sonneneinstrahlung auszusetzen – dies hilft nicht gegen schwachen Wuchs, sondern schädigt lediglich das Laub. Pflanzen, die direkte Sonnenstrahlen genießen, können direkt auf der Fensterbank platziert werden. Gehen Sie beim Umstellen behutsam vor, da manche Sorten empfindlich auf Standortwechsel reagieren und Zeit brauchen, um sich an ihren neuen Platz zu gewöhnen.
Einige Exemplare können auch von künstlichem Pflanzenlicht profitieren, bis die Frühlingssonne zurückkehrt. Für Expertentipps zu Ihren spezifischen Sorten können Sie uns jederzeit bei Gardeners Dream kontaktieren!
Staub mit einem feuchten Tuch entfernen
Trotz mehr Licht und weniger Wasser erfordert die Winterpflege volle Aufmerksamkeit. Auch wenn der Winter nicht zur Hauptwachstumszeit gehört, benötigt Ihre Pflanze dennoch Licht und Luft zum Atmen.
Es ist verlockend, die Fenster in den dunklen Monaten fest geschlossen zu halten, um kalte Zugluft zu vermeiden, die Ihre Pflanzen schädigen könnte (ein berechtigtes Bedenken). Doch ein statisches Raumklima kann mehr schaden, als man denkt.
Bei geschlossenen Fenstern legen sich feine Staubschichten auf alle Oberflächen – auch auf Ihre grünen Lieblinge! Das Abstauben der Blätter ist wichtig für die Pflanzengesundheit, da es dem Gewächs ermöglicht, so viel Sonnenlicht wie möglich zu absorbieren. Der Trick dabei ist, vorsichtig zu sein und ein leicht angefeuchtetes Mikrofasertuch zu verwenden. Zu kräftiges Reiben kann zu abgebrochenen Stielen oder Blattverlust führen.
Zusätzlich hilft das Abwischen mit einem feuchten Tuch dabei, Schädlinge wie Spinnmilben zu entfernen und die natürliche Schönheit des glänzenden, gesunden Laubs zu bewahren.

Kaltluft vermeiden
Kalte Zugluft durch Türspalten, Fensterscheiben oder schlechte Isolierung ist im Winter ein echtes Problem für Zimmerpflanzen. Jeder Gartenexperte weiß, dass die Pflege von Zimmerpflanzen voraussetzt, sie in einer Umgebung zu platzieren, in der sie sich wohlfühlen. Beispielsweise verträgt die Pfeilwurz (Maranta leuconeura 'Fascinator') keine Temperaturen unter 15 °C oder Standorte mit regelmäßigen Temperaturschwankungen.
In beheizten Wohnungen schwanken die Temperaturen in der kalten Jahreszeit oft stark – von kühl in der Nacht bei ausgeschalteter Heizung bis hin zu sehr warm am Morgen. Um diese Schwankungen zu minimieren, sollten Sie Ihre Pflanztöpfe an einem Ort platzieren, der konstant warm bleibt. Badezimmer oder Küchen sind hier oft ideal, da diese Räume am häufigsten genutzt werden und zudem eine höhere Luftfeuchtigkeit aufweisen.
Das Reduzieren von Zugluft ist wichtig, aber Sie sollten die Luftzirkulation im Haus nicht komplett unterbinden. Konzentrieren Sie sich darauf, direkte Kaltluft von draußen abzuhalten, während die Luft innerhalb der Wohnräume frei zirkulieren kann.

Düngen bei ruhenden Pflanzen vermeiden
In dem Bemühen, Zimmerpflanzen vital zu halten, könnten Sie versucht sein, dem Gießwasser Dünger beizumischen. Das wäre jedoch ein Fehler. Im Winter verlangsamen Zimmerpflanzen ihr Wachstum drastisch oder stellen es ganz ein. Ohne aktiven Zuwachs benötigen die meisten Gewächse keinen Dünger.
Die Gabe von Pflanzendünger wird im Winter kein neues Wachstum anregen. Die Nährstoffe verbleiben ungenutzt im Substrat und könnten sogar die empfindlichen Wurzeln schädigen.
Aktiv wachsende Pflanzen benötigen vielleicht etwas Unterstützung, aber Sie sollten die Düngermenge drastisch reduzieren. Bei den meisten Sorten können Sie das Düngen komplett einstellen (und nur nach Bedarf sparsam gießen), um sie sicher durch die kühlen Monate zu bringen.

Häufig gestellte Fragen (FAQs)
Wie oft sollte ich Zimmerpflanzen im Winter gießen?
Die meisten Zimmerpflanzen benötigen im Winter nur dann Wasser, wenn das Substrat etwa zur Hälfte durchgetrocknet ist. Prüfen Sie die Erde Ihrer tropischen Pflanzen auf Trockenheit und gießen Sie sparsam. Zu viel Wasser kann schnell zu Wurzelfäule führen!
Sollte ich Zimmerpflanzen im Winter besprühen?
Ja! Das Besprühen von Zimmerpflanzen im Winter ist wichtig, da die Luft zu dieser Jahreszeit oft sehr trocken ist. Fehlende Luftfeuchtigkeit kann dazu führen, dass sich Blätter einrollen, braun werden oder abfallen.
Benötigen Zimmerpflanzen im Winter Dünger?
Die meisten Zimmerpflanzen benötigen im Winter keinen Dünger. In den Wintermonaten stellen viele Gewächse ihr Wachstum ein oder gehen in eine Ruhephase über. Eine Düngung zu dieser Zeit kann zu einer Nährstoffüberlastung führen – das gilt selbst für blühende Pflanzen.
Craig Wilson
Mitbegründer und hauseigener Gartenexperte bei Gardeners Dream.
Craig Wilson, Mitbegründer und Geschäftsführer von Gardeners Dream, hat sich als feste Größe in der Online-Gartenbranche etabliert. Mit über zwei Jahrzehnten Fachwissen und praktischer Erfahrung ist er stolz darauf, seine besten Tipps und Tricks für den Garten weiterzugeben.