Close up of person wearing a blue and white striped top using secateurs to cut a woody stem off a dormant bush.

Steckholz vermehren: Ein Leitfaden für Einsteiger

Erfahren Sie, wie Sie Steckhölzer von Sträuchern und Bäumen richtig schneiden und was zu tun ist, damit sie erfolgreich wurzeln und sich zu kräftigen, gesunden Jungpflanzen entwickeln.
11. Dez 2025|
4 Min.
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Von Alison Ingleby

Der Spätherbst ist der ideale Zeitpunkt für die Vermehrung durch Steckhölzer. Es ist eine unkomplizierte und zuverlässige Methode, um Beerensträucher, Ziergehölze wie Gartenrosen, Hartriegel und Schmetterlingsflieder sowie laubabwerfende Bäume und Hecken zu vermehren. Ermöglichen Sie Ihren Nachzöglingen den bestmöglichen Start mit unserem ausführlichen Ratgeber!

    Die Vermehrung durch Steckhölzer ist eine Übung in Geduld. Im Gegensatz zu weichen Stecklingen oder halbverholzten Stecklingen, die bereits nach wenigen Wochen Wurzeln bilden können, benötigen Steckhölzer mehrere Monate. Es empfiehlt sich, ein ganzes Jahr zu warten, bevor Sie diese aus dem Topf oder dem temporären Beet an ihren endgültigen Standort umpflanzen. Die gute Nachricht ist, dass Steckhölzer sehr einfach zu gewinnen sind, kaum Pflege benötigen und meist erfolgreich anwurzeln.

    Von welchen Pflanzen kann man Steckhölzer schneiden?

    Nahaufnahme einer Person in einem langärmeligen weiß-blau gestreiften Oberteil, die drei kleine lila Pflanztöpfe mit winzigen Johannisbeersträuchern hält.

    Zu den Gewächsen, die sich hervorragend über Steckhölzer vermehren lassen, gehören:

    • Laubabwerfende Sträucher, darunter Schmetterlingsflieder, Hartriegel (Cornus), Gartenrosen, Forsythien, Schneeball (Viburnum) und Pfeifenstrauch (Philadelphus). Auch bei Hortensien ist dies möglich, wobei halbverholzte Stecklinge hier meist besser wurzeln.

    • Laubmischbäume wie Weiden, Holunder und Pappeln sowie Feigen- und Maulbeerbäume.

    • Kletterpflanzen wie Geißblatt, Wilder Wein und Sternjasmin.

    • Beerensträucher, einschließlich schwarzer und roter Johannisbeeren, Blaubeeren, Stachelbeeren und Weinreben.

    Der beste Zeitpunkt für Steckhölzer in Deutschland

    Steckhölzer sollten zwischen Mitte Herbst und dem späten Winter geschnitten werden, wenn sich die Pflanzen in der Ruhephase befinden. Der optimale Zeitraum liegt direkt nach dem Laubfall im Herbst oder kurz vor dem Austrieb der neuen Knospen im Frühjahr. Da dies jedoch oft arbeitsintensive Phasen im Garten sind, können Sie auch einen hellen Wintertag nutzen, sofern es nicht zu kalt ist – Perioden mit starkem Frost sollten unbedingt gemieden werden.

    Anleitung: So schneiden Sie ein Steckholz

    Folgen Sie diesen Schritten, um erfolgreich neue Pflanzen aus Steckhölzern zu ziehen.

    Schritt 1: Einen langen, verholzten Trieb schneiden

    Nahaufnahme einer Person in einem blau-weiß gestreiften Oberteil, die mit einer Gartenschere einen verholzten Trieb von einem ruhenden Strauch abschneidet.

    Verwenden Sie für Steckhölzer Triebe aus dem Zuwachs des aktuellen Jahres. Wählen Sie gesunde Triebe aus, die etwa bleistiftdick sind. Vermeiden Sie zu dünne oder hängende Triebe. Nutzen Sie eine scharfe Gartenschere, um den Trieb direkt oberhalb eines Blattknotens gerade abzutrennen. Entfernen Sie die weiche Triebspitze. Aus einem langen Trieb lassen sich oft mehrere Exemplare gewinnen.

    Schritt 2: Das Steckholz vorbereiten

    Kürzen Sie Ihre Steckhölzer auf eine Länge von etwa 20 cm. Setzen Sie den oberen Schnitt schräg direkt über einer Knospe an, damit Regenwasser optimal ablaufen kann. Dies hilft Ihnen zudem, oben und unten am Steckholz sicher zu unterscheiden. Den unteren Schnitt setzen Sie gerade direkt unterhalb eines Knotens an.

    Aufgrund der Zellpolarität „weiß“ die Pflanze, wo oben und unten ist: Sie wird an der Basis Wurzeln und an der Spitze Triebe bilden wollen. Zwar ist es nicht völlig ausgeschlossen, dass ein verkehrt herum gepflanztes Steckholz anwurzelt, doch für beste Ergebnisse sollten Sie unbedingt auf die richtige Ausrichtung achten!

    Schritt 3: Bewurzelungspulver verwenden

    Ein Bewurzelungshormon ist nicht zwingend erforderlich, kann die Wurzelbildung jedoch unterstützen. Tauchen Sie das untere Ende des Steckholzes in das Pulver, bevor Sie es in die Erde oder einen Topf setzen. Falls Sie kein Bewurzelungspulver zur Hand haben, ist das kein Problem – die meisten Sorten wurzeln auch ohne diese Hilfe zuverlässig.

    Schritt 4: Steckhölzer in Gräben oder Töpfe setzen

    Johannisbeer-Steckhölzer werden in einen flachen Graben in feuchte Erde gesetzt.

    Sie können Steckhölzer direkt im Freiland oder in Töpfen anwurzeln lassen. Die Methode hängt vom verfügbaren Platz, der Menge der Stecklinge und der jeweiligen Pflanzenart ab.

    Wenn Sie ausreichend Fläche im Garten haben, ist die Anzucht im Boden die unkomplizierteste Variante, da Sie sich nicht um das Gießen von Gefäßen kümmern müssen. Heben Sie an einem geschützten Standort einen schmalen Graben aus, der fast so tief ist wie die Steckhölzer lang sind. Eine Schicht Sand oder Splitt am Boden des Grabens verbessert den Wasserabfluss, ist aber je nach Bodenbeschaffenheit nicht immer nötig. Setzen Sie die Hölzer im Abstand von etwa 10–15 cm in den Graben und füllen Sie diesen so auf, dass die Steckhölzer zu zwei Dritteln vergraben sind und nur einige Knospen über der Oberfläche sichtbar bleiben.

    Bei nur wenigen Exemplaren oder Platzmangel im Außenbereich eignet sich ein tiefer Topf. Befüllen Sie diesen mit Anzuchterde oder einer Mischung aus Sand und Universalerde zu gleichen Teilen. Stecken Sie die Hölzer so hinein, dass ebenfalls ein kleiner Teil mit Knospen oben herausschaut.

    Einige Gewächse, wie Hartriegel oder Goldregen, wurzeln eher langsam. Diesen können Sie einen Vorsprung verschaffen, indem Sie sie über den Winter in einen Kübel mit feuchtem Sand setzen und erst im zeitigen Frühjahr in einen Graben im Freiland umpflanzen.

    Laufende Pflege

    Es dauert geraume Zeit, bis Steckhölzer genügend Wurzeln für das endgültige Auspflanzen entwickelt haben. Erste Triebe zeigen sich meist im Frühjahr, doch lassen Sie die Pflanzen bis zum darauffolgenden Herbst an ihrem Platz. Erst dann sollten sie ausgegraben und an ihren finalen Standort im Garten gesetzt werden.

    Haben Sie die Steckhölzer in Töpfe gepflanzt, sollten diese den Winter über in einem Frühbeet oder einem frostfreien Gewächshaus stehen. Gießen Sie gelegentlich, damit das Substrat nicht vollständig austrocknet. Ohne geeignetes Winterquartier empfiehlt sich ein geschützter Bereich im Freien, wobei eine Pflanzglocke zusätzlichen Schutz bei starkem Frost bietet.

    Häufig gestellte Fragen (FAQ)

    Wann ist die beste Zeit, um Steckhölzer zu schneiden?

    Ideal ist die Zeit kurz nach dem Laubfall im Herbst oder unmittelbar vor dem Anschwellen der Knospen im Frühjahr. Grundsätzlich können Sie Steckhölzer jedoch den gesamten Winter über schneiden, solange kein starker Frost herrscht.

    Welche Pflanzen eignen sich am besten für Steckhölzer?

    Diese Methode eignet sich hervorragend für laubabwerfende Sträucher und Bäume, darunter Gartenrosen, Hartriegel, Schmetterlingsflieder, Forsythien, Schneeball, Weiden und Weißdorn. Auch Beerensträucher wie Johannisbeeren und Stachelbeeren sowie Feigen, Maulbeeren und Weinreben lassen sich so gut vermehren. Zudem funktioniert es bei Kletterpflanzen wie Jasmin und Geißblatt.

    Was ist der Unterschied zwischen Steckholz und Steckling?

    Steckhölzer werden im Herbst oder Winter von bereits verholzten Trieben geschnitten, wenn die Pflanze ruht. Stecklinge hingegen gewinnt man im Frühjahr oder Frühsommer aus neuen, noch grünen und weichen Trieben. Letztere wurzeln schneller und werden für viele Stauden sowie Sträucher genutzt. Steckhölzer brauchen zwar länger, sind dafür aber besonders robust und pflegeleicht.

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