Gardener holding two halves of a hosta plant that has been divided.

Stauden teilen: Ein Leitfaden für Einsteiger

Erfahren Sie, wie und wann Sie Stauden wie Storchschnabel, Funkien (Hostas) und Iris teilen, um Ihre Pflanzen gesund zu halten und neue Exemplare für Ihren Garten zu gewinnen.
11. Dez 2025|
5 Min.
|
Von Alison Ingleby

Das Ausgraben und Teilen von Stauden verjüngt ältere Pflanzen und liefert Ihnen zusätzliche Exemplare, um Ihren Garten zu erweitern. Machen Sie sich keine Sorgen, Ihren Pflanzen zu schaden – wir zeigen Ihnen, wie Sie Stauden einfach und sicher teilen.

    Das Teilen von Stauden trägt dazu bei, dass Ihr Garten dauerhaft prächtig gedeiht. Die meisten Stauden profitieren davon, alle paar Jahre geteilt zu werden. Zudem ist es eine hervorragende Möglichkeit, kostenlos neue Gewächse für Ihren Garten zu gewinnen. Es mag Überwindung kosten, die wertvollen Pflanzen auszugraben und zu zerteilen, aber keine Sorge – sie sind robuster, als Sie denken!

    Sie können auch neue Pflanzen teilen, bevor Sie diese einpflanzen. Anstatt mehrere Exemplare im 9-cm-Topf zu kaufen, wählen Sie lieber eine größere Pflanze im 3-Liter-Topf und teilen diese auf. Das ist oft kosteneffizienter, wenn Sie eine große Fläche bepflanzen möchten.

    Müssen Stauden geteilt werden?

    Gärtner beim Teilen einer Funkie. Der Gärtner hockt auf einem Rasen vor einem Blumenbeet und hält zwei Teile der Funkie sowie eine Gartenschere.

    Die meisten Stauden entwickeln sich in den ersten Jahren nach der Pflanzung prächtig. Mit der Zeit breiten sich viele jedoch stark aus, wodurch die Wurzeln verfilzen. Dies kann die Fähigkeit der Pflanze beeinträchtigen, Nährstoffe und Wasser aus dem Boden aufzunehmen. Durch das Teilen wird verhindert, dass die Pflanze den Garten übernimmt, und die Wurzeln erhalten wieder besseren Zugang zu Nährstoffen.

    Das Teilen einer großen Staude beschert Ihnen zudem neue Exemplare für Ihren Garten. Diese können genutzt werden, um ältere Gewächse zu ersetzen, die nicht mehr wie gewünscht blühen, oder um ein neues Beet oder Töpfe zu bestücken. Das Teilen von Pflanzen ist eine Form der Vermehrung, was bedeutet, dass jeder neu gepflanzte Abschnitt genetisch identisch mit der Mutterpflanze ist.

    Welche Stauden können geteilt werden?

    Viele horstbildende Stauden wie Taglilien (Hemerocallis), Astern, Funkien (Hosta), Ziergräser, winterharte Storchschnäbel und Irises sollten alle paar Jahre geteilt werden. Sie können auch Frühlingsblüher, Primeln (Primula), Sonnenhüte (Rudbeckia), Sonnenbräute (Helenium), Bergenien, Schmucklilien (Agapanthus), Crocosmia, Fetthennen (Sedum), Purpurglöckchen (Heuchera) und Wolfsmilchgewächse (Euphorbia) teilen.

    Dies ist keine abschließende Liste – fast alle krautigen Stauden lassen sich teilen, wobei einige empfindlicher auf das Umpflanzen reagieren und sich langsamer erholen. Pfingstrosen und Christrosen fallen in diese Kategorie.

    Stauden mit einer langen Pfahlwurzel, wie Lupinen und Türkischer Mohn, lassen sich nur schwer erfolgreich teilen. Verholzende Kräuter wie Lavendel und Rosmarin werden am besten durch Stecklinge vermehrt, anstatt sie zu teilen.

    Wann man Stauden in Deutschland teilen sollte

    Die ideale Zeit zum Teilen von Stauden ist das Frühjahr oder der Herbst, da sich die meisten Pflanzen dann in der Ruhephase befinden. Das Frühjahr eignet sich besser für frostempfindliche Pflanzen wie Schmucklilien und Anemonen, damit sie vor dem Winter ausreichend Zeit zur Regeneration haben. Funkien (Hosta) gedeihen ebenfalls gut, wenn sie im Frühjahr geteilt werden, wobei eine Teilung im Herbst ebenso möglich ist.

    Eine Ausnahme bilden Frühlingsblüher wie Schwertlilien (Iris). Diese werden am besten im Sommer nach der Blüte geteilt und neu gepflanzt, da sie zu dieser Zeit neue Wurzeln bilden. Auch Frühlingsblüher wie Krokusse, Schneeglöckchen und Narzissen können ausgegraben und geteilt werden, sobald sie verblüht sind.

    So teilen Sie Stauden richtig

    Folgen Sie diesen vier Schritten, um Ihre Stauden erfolgreich zu teilen:

    Schritt 1: Die Pflanze ausgraben

    Nahaufnahme einer Person in Gummistiefeln, die eine große Fackellilie (Kniphofia) mit einem Spaten ausgräbt.

    Nutzen Sie eine Grabgabel oder einen Spaten, um die Pflanze anzuheben, und achten Sie darauf, das Wurzelsystem so wenig wie möglich zu beschädigen. Je nach Sorte kann dies ein Kinderspiel oder eine echte Herausforderung sein. Sollte Letzteres der Fall sein, trösten Sie sich damit, dass Ihre Pflanze wahrscheinlich robust genug ist, um das Ausgraben unbeschadet zu überstehen.

    Schütteln Sie überschüssige Erde ab und entfernen Sie abgestorbene Blätter oder Stängel.

    Schritt 2: Wurzeln lockern, trennen oder schneiden

    Nahaufnahme eines Gärtners, der eine teilweise geteilte Fackellilie (Kniphofia) und eine Gartenschere hält.

    Nun ist es an der Zeit, die Wurzeln voneinander zu lösen – oder dem dichten Wurzelballen mit einem Messer zu Leibe zu rücken. Der Aufwand hängt von der Pflanzenart und der Größe des Ballens ab. Hier sind einige Tipps:

    • Kleinere Pflanzen mit Faserwurzeln wie Funkien, Lungenkraut (Pulmonaria), Primeln und Purpurglöckchen lassen sich oft einfach auseinanderziehen.

    • Größere, etablierte Pflanzen mit dichtem Wurzelwerk erfordern die Zwei-Gabel-Methode: Stechen Sie zwei Grabgabeln Rücken an Rücken in das Herz der Pflanze und hebeln Sie die Wurzeln auseinander.

    • Sollte die Gabelmethode nicht funktionieren oder möchten Sie sehr kleine Abschnitte bilden, verwenden Sie ein scharfes Messer oder eine Axt, um den Horst zu spalten.

    • Nutzen Sie einen scharfen Spaten oder ein Messer, um durch fleischige Wurzeln oder verholzte Kronen zu schneiden. Ein Spaten ist ideal, um große Funkien, Christrosen und Pfingstrosen zu teilen.

    • Crocosmia und Dierama bilden Ketten aus Knollen. Graben Sie beim Ausheben etwa 30 cm tief, um die Knollen nicht zu beschädigen. Teilen und pflanzen Sie die Knollenketten neu ein.

    Schritt 3: Sofort wieder einpflanzen

    Nahaufnahme einer Person, die eine geteilte Fackellilie (Kniphofia) einpflanzt. Das Laub wurde zurückgeschnitten und die Wurzeln sind sichtbar, während die Pflanze in ein Pflanzloch gesetzt wird.

    Es ist wichtig, die geteilten Pflanzen schnellstmöglich wieder einzupflanzen, damit die Wurzeln nicht austrocknen. Beachten Sie die Pflanzhinweise für neue Gewächse bezüglich des Platzbedarfs und werten Sie den Boden mit Kompost, organischem Material oder organischem Volldünger auf. Wo Sie die Pflanzen einsetzen, hängt von Ihrer Gartengestaltung und dem verfügbaren Platz ab.

    Option 1: Im gleichen Bereich einpflanzen

    In der Gartenplanung gilt oft: Einer ist allein, zwei sind Gesellschaft, aber drei sind eine Gruppe. Das Anordnen von Pflanzen in Dreier- oder Fünfergruppen ist ein bewährtes Gestaltungsprinzip, da es dem Beet ein natürliches, harmonisches Aussehen verleiht. Sie können die geteilten Abschnitte zusammen einpflanzen (mit genügend Abstand zum Wachsen) oder sie zwischen anderen Pflanzen verteilen.

    Option 2: An einen neuen Standort im Garten setzen

    Sie können die gesamte Pflanze umziehen lassen, wenn Ihnen der ursprüngliche Standort nicht gefiel, oder nur einen Teil dort belassen und die anderen an neuen Flächen im Garten verteilen. Mit etwas Geduld ist dies eine preiswerte Methode, um Ihren Traumgarten zu gestalten.

    Option 3: In Töpfe pflanzen

    Falls Sie keinen direkten Platz im Garten haben, setzen Sie die Teilstücke in ausreichend große Töpfe mit Pflanzerde. So können Sie die Pflanze vorübergehend halten, sie dauerhaft als Kübelpflanze nutzen oder sie an Freunde und Nachbarn verschenken. Wenn Sie Stauden im Herbst teilen, sollten die Töpfe an einem frostfreien Ort überwintert werden.

    Schritt 4: Gründlich wässern

    Egal, wo Sie Ihre neuen Pflanzen einsetzen – gießen Sie diese gut an. Regelmäßiges Wässern ist entscheidend, damit sich gesunde Wurzelsysteme entwickeln. Da es in Deutschland im Frühjahr und Herbst meist ausreichend regnet, ist Wassermangel selten ein Problem, doch bei längeren Trockenperioden sollten Sie unbedingt zur Gießkanne greifen.

    Häufig gestellte Fragen (FAQ)

    Wann ist die beste Zeit, um Stauden zu teilen?

    Die meisten Stauden werden idealerweise im Frühjahr oder Herbst geteilt. Das Frühjahr eignet sich besonders für empfindliche Arten wie Schmucklilien und Anemonen sowie für Funkien und herbstblühende Stauden. Einige Frühlingsblüher wie Schwertlilien sollten am besten im Sommer nach der Blüte geteilt werden.

    Kann man Stauden auch im Herbst teilen?

    Der frühe Herbst ist ein guter Zeitpunkt für viele krautige Stauden, da sie so vor dem Winter anwachsen können. Warten Sie das Ende der Blütezeit ab; spätblühende Sorten sollten daher eher im Frühjahr geteilt werden. Bei einem sehr nassen Herbst empfiehlt es sich ebenfalls, bis zum Frühjahr zu warten, um Fäulnis in zu nassem Boden zu vermeiden.

    Wie teilt man Funkien?

    Kleine Funkien (Hosta) lassen sich oft vorsichtig mit den Händen auseinanderziehen. Bei größeren Exemplaren nutzen Sie einen scharfen Spaten, um den Wurzelballen zu zerteilen. Pflanzen Sie die Teilstücke umgehend wieder ein.

    Wie teilt man Rhabarber?

    Man sollte Rhabarber-Rhizome im Winter oder zeitigen Frühjahr teilen, während die Pflanze ruht. Graben Sie den Wurzelstock aus und teilen Sie ihn mit einem Spaten in Abschnitte. Achten Sie darauf, dass jedes Stück mindestens eine Knospe und einen Teil des Rhizoms besitzt. Pflanzen Sie die Abschnitte schnellstmöglich wieder ein.

    Zurück zum Blog