Die Waldrebe (auch bekannt unter dem Namen Lonicera) ist eine bezaubernde Pflanze für Gärten in Deutschland. Die Auswahl kann jedoch etwas verwirrend sein, da es zwei verschiedene Wuchsformen gibt: kletternde Geißblätter und strauchartig wachsende Sorten. Dieser Ratgeber bietet Ihnen alle wichtigen Informationen über beide Varianten sowie wertvolle Tipps und Tricks, damit Ihre Pflanzen optimal gedeihen.
Kletterndes Geißblatt vs. Heckenkirsche
Das Gute an diesen Gewächsen ist, dass man die beiden Varianten kaum verwechseln kann: Die eine Sorte schlingt sich an Pfählen, Spalieren und Pergolen empor, während die andere als kompakter Strauch wächst. Es gibt rund einhundertachtzig verschiedene Arten, die alle ihre ganz eigenen Charakteristika besitzen.
Gartenbesitzer in Deutschland sollten bei der Japanischen Geißschlinge Lonicera japonica Vorsicht walten lassen, da sie von Natur aus sehr stark wüchsig ist und umliegende Pflanzen verdrängen kann. Verstärkt wird dies durch die Beeren, die eine hohe Anziehungskraft auf die Tierwelt ausüben, wodurch sich die Samen oft unkontrolliert im Garten verteilen. Es empfiehlt sich, diese Art nur zu wählen, wenn man bereit für einen gewissen Pflegeaufwand ist (siehe unten). Dennoch gibt es zahlreiche andere Sorten, die hervorragend in deutsche Gärten passen.
Die Mehrheit der Geißblatt-Pflanzen duftet ebenso herrlich, wie sie aussieht. Die Wahl des richtigen Exemplars kann dem Garten eine spektakuläre Note verleihen. Während die meisten Arten Kletterpflanzen sind, gibt es auch einige Heckenkirschen-Sorten, die als Strauch wunderbar gedeihen.
Wussten Sie schon, dass der englische Name „Honeysuckle" von dem süßen Nektar im Inneren der Blüten stammt? Dieser ist sogar essbar – man kann die Blüte einfach pflücken und den feinen Nektar genießen.
Unsere Favoriten unter den Geißblatt-Sorten
Nachdem Sie nun mehr über diese vielseitigen Gewächse erfahren haben, präsentieren wir Ihnen unsere Top-Empfehlungen. Aber Vorsicht bei der ersten Sorte auf unserer Liste!
Japanische Geißschlinge Lonicera japonica
Vielleicht fragen Sie sich, warum man sich eine so ausbreitungsfreudige Art in den Garten holen sollte. Tatsächlich erfordert sie eine aktive Pflege. Doch der Aufwand lohnt sich: Die weißen Blüten der Japanischen Geißschlinge strahlen eine Ruhe und Gelassenheit aus, die im reizvollen Kontrast zu ihrem kräftigen Wuchs steht.
Die Japanische Geißschlinge Lonicera japonica gehört zu den Schlingpflanzen und ist sehr wüchsig, wobei sie Höhen von bis zu 8 Metern erreichen kann. Bei der Standortwahl sollten Sie unbedingt darauf achten, sie nicht in unmittelbarer Nähe zu empfindlichen Pflanzen zu setzen. Sobald die Beeren erscheinen, ist es ratsam, diese zu pflücken, um eine Verbreitung durch Vögel zu unterbinden. Mit diesen zwei einfachen Kniffen wird dieses Exemplar zu einer wahren Bereicherung.

Fasanenspiere ‚Golden Lanterns' – halbimmergrüner Strauch
Lassen Sie sich nicht vom Namen beirren, sondern genießen Sie den Anblick des wunderschönen goldenen Laubs, für das die Sorte ‚Golden Lanterns' bekannt ist. Dieser Strauch ist trotz seiner Einstufung eher sommergrün; zwar behält er manchmal seine Blätter, doch im deutschen Winter wirft er sie meist ab. Die Blüten der ‚Golden Lanterns' ähneln markanten, weinroten Laternen, die der Pflanze während der Blütezeit ein edles Erscheinungsbild verleihen.
Während manche Geißblätter eine Herausforderung darstellen können, ist die ‚Golden Lanterns' ein wahrer Gartentraum, da sie kaum Pflege benötigt, um prachtvoll zu gedeihen.
Waldrebe ‚Serotina' – sommergrüne Kletterpflanze
Zwischen den Extremen finden wir eine Sorte, die genau in der Mitte liegt: Die ‚Serotina' benötigt gelegentlich etwas Aufmerksamkeit, damit sie sich nicht zu stark ausbreitet. Das Ergebnis ist jedoch hervorragend, denn sie sieht in voller Blüte fantastisch aus – besonders wenn sie genug Platz zum Klettern und Etablieren hatte.
Dennoch sollte man vorsichtig sein, da die Beeren Vögel und andere Tiere magisch anziehen, was dazu führen kann, dass die Pflanze in Bereichen des Gartens auftaucht, in denen sie nicht geplant war. Die Sorte ‚Serotina' wurde aufgrund ihrer Zuverlässigkeit und Robustheit gegenüber Schädlingen ausgezeichnet. Da sie schnell wächst, ist sie die ideale Wahl, wenn Sie in kurzer Zeit eine begrünte Fläche gestalten möchten.

Immergrünes Geißblatt Lonicera henryi
Lonicera henryi ist ein immergrünes Geißblatt, das an jedem Rankgitter oder Gartenzaun zum optischen Highlight wird. Mit einer beeindruckenden Wuchshöhe von bis zu 9 Metern im Alter eignet es sich hervorragend für die Fassadenbegrünung. Diese Sorte besticht durch ihre lanzettförmigen, dunkelgrünen Blätter, die das ganze Jahr über erhalten bleiben, sowie durch große Dolden aus duftenden, gelb-roten Röhrenblüten im späten Frühjahr. Im Herbst entwickeln sich daraus violette Beeren, die Vögel und kleine Säugetiere in den Garten locken. Ursprünglich in China beheimatet, gedeiht das Immergrüne Geißblatt am besten in der Sonne, toleriert aber auch Halbschatten.

Zeitpunkt für Pflanzung und Rückschnitt
Das Anpflanzen und Pflegen von Geißblättern kann je nach Sorte sehr unkompliziert oder etwas anspruchsvoller sein. Wie erwähnt, benötigt die Japanische Geißschlinge regelmäßige Kontrolle, um eine unerwünschte Ausbreitung zu verhindern – hierbei geht es vor allem um das Entfernen der Beeren und das Einkürzen zu langer Triebe.
Die meisten Sorten bevorzugen sonnige Gartenbereiche mit einem gut durchlässigen, aber feuchten Boden. Sie eignen sich daher ideal für Rosenbögen und Spaliere, wo sie die geliebte Sonne genießen können. Im Schatten wachsen sie langsamer und bilden deutlich weniger Blüten aus.
Die beste Zeit für die Pflanzung ist das Frühjahr nach dem letzten Frost. So haben die Gewächse genügend Zeit zum Anwurzeln, oft unterstützt durch die milden Niederschläge dieser Jahreszeit. Der Rückschnitt richtet sich nach dem Typ: Die meisten Sträucher werden im Frühjahr gestutzt, nachdem die Blüten abgefallen sind.
Kletternde Varianten sollten nach Bedarf geschnitten werden und vertragen einen Rückschnitt zu fast jeder Jahreszeit. Vernachlässigen Sie den Schnitt bei Kletterpflanzen nicht, selbst wenn es sich um keine invasive Sorte handelt. Andernfalls können die Ranken zu einem dichten Geflecht verwuchsen, was die Pflanze in ihrer Entwicklung hemmt und junge Triebe regelrecht ersticken kann.
Leider kann Lonicera anfällig für Blattläuse sein, doch dafür gibt es einfache Lösungen. Kontrollieren Sie die Pflanzen regelmäßig, insbesondere an den Triebspitzen und jungen Trieben. Diese können im Frühling einfach eingekürzt werden, um einen Befall frühzeitig zu stoppen. Auch das Abspritzen mit dem Gartenschlauch hilft oft; im Notfall schafft ein hochwertiges Insektizid Abhilfe.
Geißblätter mögen weder Staunässe noch extreme Trockenheit. Wählen Sie daher einen Standort mit einem Boden, der Feuchtigkeit nicht zu stark staut, und gießen Sie bei Trockenheit ausreichend. Hochwertiger Gartenkompost oder gut verrotteter Mist fördern das Wachstum in der aktuellen Saison und schützen die Wurzeln im Winter vor Frost.
Viel Freude mit Ihrem Geißblatt!
Nun, da Sie wissen, wie Sie Ihr Geißblatt pflanzen und pflegen, können Sie all seine Vorzüge genießen. Halten Sie Ausschau nach den vielen Besuchern, die diese Pflanzen anziehen: Insekten lieben den Nektar, und die Beeren dienen zahlreichen Vögeln und kleinen Säugetieren als wichtige Nahrungsquelle.
Tatsächlich gibt es kaum eine bessere blühende Pflanze, um gezielt Leben und Artenvielfalt in Ihren Garten zu bringen, als das Geißblatt.
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Craig Wilson
Mitbegründer und hauseigener Gartenexperte bei Gardeners Dream.
Craig Wilson, Mitbegründer und Geschäftsführer von Gardeners Dream, hat sich als feste Größe in der Online-Gartenbranche etabliert. Mit über zwei Jahrzehnten Fachwissen und praktischer Erfahrung ist er stolz darauf, seine besten Tipps und Tricks für den Garten weiterzugeben.


