Immergrüne Pflanzen behalten ihr sattes Grün, während ihre laubabwerfenden Verwandten in den Wintermonaten kahl werden. Doch woran liegt das? Dient es dazu, Wasser zu sparen? Hilft es den Bäumen, den Winter zu überstehen? Und was genau führt dazu, dass die Blätter zu dieser Jahreszeit abfallen?
Der Grund, warum Ihr immergrüner Baum das ganze Jahr über grün bleibt, ist denkbar einfach. Ob Nadeln oder tropische Palmenwedel – das Beibehalten der grünen Farbe hilft der Pflanze, unter ihren natürlichen Standortbedingungen optimal zu überleben.
Erfahren Sie im Folgenden, wie dieser Prozess funktioniert und warum andere Bäume ihr Laub verlieren.

Laubabwerfende vs. immergrüne Bäume
Alle Pflanzen lassen sich in zwei Kategorien unterteilen:
- Immergrüne Bäume – Blätter oder Nadeln bleiben das ganze Jahr über an den Zweigen, unabhängig von der Witterung.
- Laubabwerfende Bäume – Die Blätter wachsen und fallen in einem jährlichen Zyklus ab und sorgen im Herbst für ein prächtiges Farbspiel.
Genau genommen kann man auch bei Immergrünen beobachten, wie sie Nadeln verlieren. Der Baum stößt im Laufe seines Wachstums nach und nach alte Nadeln ab. Der entscheidende Unterschied ist jedoch, dass ein immergrünes Gewächs nicht sein gesamtes Nadelkleid auf einmal abwirft, wie es bei einem laubabwerfenden Baum der Fall ist. Um zu verstehen, warum das so ist, hilft ein Blick auf die Funktion von Nadeln und Blättern.
Das Laub ist für die Photosynthese unerlässlich. Das Chlorophyll in den Blättern wandelt Kohlendioxid, Wasser und Sonnenlicht in Sauerstoff und Glukose um. Der Sauerstoff wird freigesetzt und die Glukose als Energiequelle gespeichert oder verbraucht.
Chlorophyll absorbiert Sonnenlicht (jede Wellenlänge außer Grün, daher die Farbe der meisten Pflanzen), aber bei laubabwerfenden Arten stoppt die Chlorophyllproduktion, sobald die Tage kürzer werden und die Temperaturen sinken. Die Blätter verlieren daher ihr Grün und fallen schließlich im Herbst ab.
In der Zwischenzeit betreiben die schmalen Nadeln der Immergrünen das ganze Jahr über Photosynthese, weshalb sie grün bleiben und ihr Laub nicht abwerfen. Schauen wir uns das genauer an.

Immergrüne Bäume
Immergrüne Bäume behalten ihre Nadeln das ganze Jahr über. Sie bilden kontinuierlich neue Nadeln aus, um alte zu ersetzen; ansonsten verlieren sie ihr Nadelkleid nur, wenn der Baum geschädigt ist oder abstirbt.
Diese prachtvollen Exemplare haben sich so entwickelt, dass sie ihr Laub nie ganz abwerfen, da die ganzjährige Photosynthese einen entscheidenden Überlebensvorteil bietet. In Regionen mit Frostperioden ermöglichen schmale Nadeln mit einer Wachsschicht dem Baum, Minustemperaturen unbeschadet zu überstehen. Natürlich können schmale Koniferennadeln im Sommer nicht so viel Sonnenlicht aufnehmen wie breite Blätter, weshalb sie das ganze Jahr über grün bleiben, um das für das Wachstum erforderliche Maß an Photosynthese zu erreichen.
Es sind jedoch nicht nur Nadelgehölze, die immergrün sind. Immergrüne Pflanzen in tropischen Klimazonen haben sich so entwickelt, um die konstante Sonneneinstrahlung zu nutzen, statt Frostschäden zu vermeiden. Bäume, die ganzjährig grün bleiben, neigen zudem zu schmalen Blättern und Triebspitzen, da bei reichlich Sonnenlicht keine großen Blattflächen zur Lichtaufnahme nötig sind.
Beispiele für immergrüne Bäume
Ob in hohen Lagen der Nordhalbkugel oder an sonnenverwöhnten Standorten – zu den interessantesten Immergrünen gehören:
- Grannenkiefern – die Nadeln bleiben länger haften als bei den meisten anderen Koniferen, nämlich bis zu 16 Jahre! Einige Exemplare dieser Kiefernfamilie erreichen ein stolzes Alter von bis zu 4.800 Jahren.
- Erdbeerbaum – ein immergrünes Gewächs aus dem Mittelmeerraum mit erdbeerähnlichen Früchten. Der Erdbeerbaum (Arbutus unedo) gedeiht hervorragend in milderen Regionen mit feuchterem Klima.
- Mispel (Cotoneaster) – eine Gattung, die in paläarktischen Regionen heimisch ist. Sie bevorzugt hohe Lagen und raue Küstenstandorte. Unsere Weidenblättrige Mispel (Cotoneaster rothschildianus) ist ein echter Bestseller.
- Stechpalme – in kalten Klimazonen heimisch, werden Sorten wie die Buntlaubige Stechpalme (Ilex 'Golden King') mit sinkenden Temperaturen oft noch farbenprächtiger.

Laubabwerfende Bäume
Während immergrüne Gewächse ihr Grün behalten, verändern sich ihre laubabwerfenden Gegenstücke saisonal. Meist mit breiten Blättern statt Nadeln ausgestattet, passen sich diese Bäume dem Sonnenstand an. Im Frühjahr und Sommer, wenn viel Licht zur Verfügung steht, bilden sie rasch Blätter aus, um große Mengen an Energie und Nährstoffen zu speichern.
Sobald die Tage kürzer werden und die Temperaturen sinken, lösen diese Veränderungen Hormone im Baum aus, die den Blattfall einleiten. Dies ist ein strategischer Vorteil: Der Baum verbraucht keine Energie für den Erhalt der Blätter, wenn kaum Sonnenlicht für die Photosynthese vorhanden ist. Stattdessen werden die Energiereserven geschont. Zudem würden die kalten Wintertemperaturen das empfindliche Laub leicht schädigen.
Die beste Strategie ist es also, die Produktion von grünem Chlorophyll einzustellen, das Laub abzuwerfen und so viel Energie wie möglich zu sparen, anstatt wie die Immergrünen weiter aktiv zu bleiben.
Laubabwerfende Arten sind typischerweise in Regionen heimisch, in denen die Sommer reichlich Licht bieten, die Winter jedoch so dunkel sind, dass der Erhalt der Blätter keinen Nutzen brächte. Wie die Immergrünen sind auch diese Sorten weltweit verbreitet.

Beispiele für laubabwerfende Bäume
Mit ihren großen Blättern statt Nadeln werfen diese Bäume ihr Laub ab, um Frostperioden zu überstehen. Als Belohnung darf man sich im Herbst an einem spektakulären Farbwechsel erfreuen. Zu den beeindruckendsten Arten gehören:
- Birken – bekannt für ihre markante, im Alter abblätternde Rinde. Diese Familie umfasst laubabwerfende Sorten mit wunderschönem, flatterndem Laub, wie die Sandbirke (Betula pendula).
- Ahornbäume – ebenfalls mit charakteristischer Rinde versehen, sorgen Arten wie der Schlangenhaut-Ahorn (Acer 'Viper') im Herbst mit leuchtend roten Blättern für Aufsehen.
- Obstbäume – dazu zählen unter anderem Apfelbäume, Pflaumenbäume, Pfirsichbäume und Kirschbäume.
Vergessen Sie nicht, das herabgefallene Laub aufzusammeln – es eignet sich hervorragend als Mulchschicht für Ihre Beete. Viele weitere Baumarten für Ihren Garten finden Sie bei Gardeners Dream!
Craig Wilson
Mitbegründer und hauseigener Gartenexperte bei Gardeners Dream.
Craig Wilson, Mitbegründer und Geschäftsführer von Gardeners Dream, hat sich als feste Größe in der Online-Gartenbranche etabliert. Mit über zwei Jahrzehnten Fachwissen und praktischer Erfahrung ist er stolz darauf, seine besten Tipps und Tricks für den Garten weiterzugeben.